Wie die Kittenzeit das Verhalten prägt: Eine Katzenexpertin erklärt
Der Lebenszyklus einer Katze umfasst mehrere Entwicklungsphasen. In jeder Phase prägen Erfahrungen – positive wie negative – die Widerstandsfähigkeit des einzelnen Tieres gegenüber Stressfaktoren, was zu größerer Toleranz oder zu erhöhter Angst und Furcht führen kann. Lass uns diese Entwicklungsphasen der Katze, die jeweiligen Risikofaktoren und die Möglichkeiten der Katzenpflege erkunden, um unseren Haustieren zu einem glücklichen Ende zu verhelfen.
Wir werden die Geschichte ihres Lebens in einen Anfang, eine Mitte und ein Ende unterteilen und dann besprechen, wie jede dieser allgemeinen Entwicklungsphasen bei Katzen zu psychischen Problemen führen kann.
Der Anfang des Lebenszyklus einer Katze
Es war eine dunkle und stürmische Nacht – so wie jedes gute Märchen beginnt!
Und so wie der Anfang eines guten Buches die Weichen für den Rest der Geschichte stellt, legen die pränatale und neonatale Umgebung die physische und emotionale Gesundheit für das Leben einer Katze fest. Lass uns damit beginnen, den frühen Teil des Katzenlebens – die Entwicklungsphase der Kätzchen – zu untersuchen, indem wir uns ansehen, wie sie ihre soziale Struktur aufbauen, und dann zur individuellen Entwicklung übergehen.
Kolonien & soziale Strukturen in frühen Entwicklungsphasen von Katzen
Wenn genügend Ressourcen wie Futter, Wasser und sicherer Unterschlupf vorhanden sind, werden Katzen zu sozialen Wesen und die Katzenentwicklung verläuft positiv.
Die meisten Kolonien von Katzen sind matriarchalisch, was bedeutet, dass die Weibchen eine Gruppe von Artgenossen oder Gleichaltrigen bilden, die die Kitten gemeinsam aufziehen. Unbekannte Katzen dürfen ihr Revier nicht betreten, das bis zu Hunderte von Hektar groß sein kann.
Wenn sie ein bestimmtes Alter erreichen, werden männliche Kätzchen aus der Kolonie vertrieben und müssen sich eine andere suchen, was die entwicklung von katzenbabys beeinflusst. Erwachsene Kater sind nur zum Zweck der Paarung willkommen.

Katzen-Genetik und Verhalten
Individuen erben ihre wesentlichen Merkmale von ihren Eltern, was die Katzenentwicklung und das Katzenverhalten beeinflusst. Bei Katzen trägt diese Kombination genetischer Informationen zur Körpergröße, zum Felltyp und zur Fellfarbe sowie zur körperlichen und geistigen Gesundheit bei.
Studien haben gezeigt, dass freundlichere Väter freundlichere Kätzchen haben, obwohl der Vater nicht bei der Aufzucht der Kätzchen in der Kittenzeit hilft. Die Genetik hat daher einen entscheidenden Einfluss auf alle Phasen des Katzenwachstums, vom Kätzchen bis zum Senior.

Fötaler mütterlicher Stress & Aufzucht
Neben der Genetik beeinflusst auch die chemische Umgebung des Kätzchens im Mutterleib die Entwicklung von Katzenbabys. Wenn die Mutter unter Stress leidet, kann dies die Entwicklung der Nervenbahnen beeinflussen.
Die Umgebung im Mutterleib kann durch Giftstoffe oder Veränderungen im Blutfluss beeinflusst werden, was die Entwicklung und das Katzenverhalten beeinflusst.
Postnatale Entwicklungsstadien des Gehirns bei Kätzchen
Nach der Geburt verändert sich das Gehirn weiter, und bis zum Alter von 9 Wochen bilden sich neue Nervenbahnen. Alles, was in dieser Zeit passiert, kann die Entwicklung von Katzenbabys beeinflussen.
Zum Beispiel regt die mütterliche Fellpflege die Ausscheidung an und hält das Nest sauber. Kätzchen, die regelmäßig von der Mutter gepflegt werden, sind emotional stabiler.
Risiken von frühem Absetzen und mangelnder Sozialisierung
Ein abruptes Absetzen kann dazu führen, dass das Kätzchen später im Leben ängstlicher oder aggressiver ist. Mangelnde mütterliche Fürsorge kann zu Verzögerungen im körperlichen Wachstum und zu psychosozialen Auffälligkeiten führen.

Diese Erkenntnisse geben Anlass zur Sorge hinsichtlich der sozialen Entwicklung von Katzen unter Waisen und/oder Flaschenbabys. Die beste Option ist, sie bei einer Pflegemutter unterzubringen, um von der Fürsorge zu profitieren, die nur eine Katze bieten kann.
So hilfst du in allen Phasen des Katzenwachstums
Wenn du Pflegekätzchen mit anderen Katzen zusammenbringst und eine positive Sozialisierung förderst, unterstützt das die Katzenpflege und eure Bindung.
Es ist wichtig, auf Anzeichen von Stress, Angst oder Furcht bei Katzen zu achten. Zu den Anzeichen können gehören: verminderte Fellpflege und verminderte soziale Interaktionen.
Das Bewusstsein, dass die psychische Gesundheit einer erwachsenen Katze bereits mit der Entwicklung im Mutterleib und im Kätzchenalter beginnt, kann helfen, Probleme zu verringern. Mehr dazu im nächsten Kapitel unseres „Katzenmärchens“…
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