Du möchtest dich zu unserem Newsletter anmelden?

ANMELDUNG

Warum sitzen Katzen in Quadraten? Die Wissenschaft hinter dem Cat-Square-Phänomen

Warum sitzen Katzen in Quadraten? Die Wissenschaft hinter dem Cat-Square-Phänomen
Warum sitzen Katzen in Quadraten? Die Wissenschaft hinter dem Cat-Square-Phänomen

Wissenswertes – wenn du „sit in square“ bei Google eingibst, drehen sich 18 der Top-20-Treffer (und 26 der Top-30-Treffer) darum, wie gerne Katzen in Quadraten, Kisten oder abgegrenzten Bereichen sitzen! Also, was hat es mit dem ganzen Trubel auf sich?

Wenn du dich schon mal gefragt hast, warum Katzen in Quadraten sitzen oder sich zu klar abgegrenzten Bereichen hingezogen fühlen, bist du nicht allein. Schauen wir uns mal an, warum Katzen enge Räume so sehr mögen.

Körperwahrnehmung bei Katzen verstehen

Als geborene Jäger haben Katzen von Natur aus ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen – und das spielt eine entscheidende Rolle dabei, warum Katzen kleine Räume so sehr mögen.

Wir wissen, dass Katzen komplexe räumliche Informationen nutzen können, um Objekte aufzuspüren und zu lokalisieren, wenn diese aus ihrem Blickfeld verschwinden (Fiset & Doré, 1996). Sie können zum Beispiel sogar ein mentales räumliches Bewusstsein zeigen, das es ihnen ermöglicht, den Aufenthaltsort ihres Besitzers im Haus anhand dessen Stimmklang zu verorten (Takagi et al. 2021).

Kürzlich veröffentlichte Péter Pongrácz (Pongrácz 2024) von der Universität Budapest eine Studie, in der untersucht wurde, wie Katzen ihre eigene Körpergröße verstehen und ein mentales Bild davon entwickeln. Die Fähigkeit, Hindernissen auszuweichen und sie zu überwinden, auf schmalen Vorsprüngen das Gleichgewicht zu halten und durch kleine Öffnungen zu schlüpfen, sind alles wichtige Fähigkeiten, um sich erfolgreich in einer Umgebung zu bewegen. Dies kann durch Ausprobieren geschehen, durch Lernen aus Erfahrungen (was möglicherweise kein mentales Bild der eigenen Körpergröße beinhaltet) oder durch sogenanntes „Body Mapping“.

Unter „Body Mapping“ versteht man, dass ein Individuum ein mentales Bild seiner Körpergröße und -form entwickelt, um „einschätzen“ zu können, wie und wo es sich sicher bewegen kann. Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob Katzen dieses „Body Mapping“ oder eine Selbstrepräsentation nutzen.

Die Studie: Wie schätzen Katzen Räume ein?

Die Studie fand in verschiedenen häuslichen Umgebungen mit Katzen statt und untersuchte, wie sie sich Öffnungen unterschiedlicher Größe näherten. Konkret ging es darum, ihre Fähigkeit sowie ihre Geschwindigkeit oder ihr Zögern beim Durchqueren (oder beim Versuch, durch) Öffnungen in einem Stück Pappe zu bestimmen. Diese Art von Verhalten würde helfen zu erklären, warum Katzen enge Räume mögen und warum sie sich so sicher in Bereichen bewegen, die anderen Tieren vielleicht beengend erscheinen.

Zu diesen Räumen gehörten:

  • Öffnungen unterschiedlicher Breite (5–13 cm, bei einer festen Höhe von 50 cm)
  • Öffnungen mit fester Breite (15 cm), aber unterschiedlicher Höhe (15–43 cm)

Im Gegensatz zu Hunden zeigten die Katzen keinerlei Zögern, sich selbst der engsten Lücke (5 cm) zu nähern und zu versuchen, sie zu durchqueren – sie konnten sich hindurchzwängen, obwohl diese schmaler war als ihre Körperbreite an den Schultern. Allerdings zeigten sie Zögern, wenn sie vor einer Öffnung standen, die kürzer war als ihre Höhe an den Schultern – und dieses Zögern war bei größeren Katzen ausgeprägter. Das deutet darauf hin, dass Katzen tatsächlich über Fähigkeiten zum Körper-Mapping oder zur Selbstrepräsentation verfügen.

Warum können sich Katzen so gut durch enge Stellen zwängen?

Die Erklärung für dieses Verhalten liegt in den körperlichen Eigenschaften der Katzen.

Katzen bewegen sich im Allgemeinen langsam, sind äußerst wendig und sehr gelenkig. Außerdem haben sie kleine, nicht fest mit dem Brustkorb verbundene Schlüsselbeine (Clavicula), wodurch sie sich durch sehr enge Spalten zwängen können. Daher schienen die Katzen keine Probleme damit zu haben (sie zögerten überhaupt nicht), sich selbst einer sehr schmalen Öffnung zu nähern und diese zu erkunden, vorausgesetzt, sie war hoch genug. Diese Flexibilität erklärt zum Teil, warum Katzen selbstbewusst Bereiche erkunden, die auf den ersten Blick zu klein erscheinen mögen.

Im Gegensatz dazu bewegen sich Hunde viel schneller durch ihre Umgebung und sind weniger flexibel. Mit ihrem Körperbewusstsein würden sie daher natürlich zögerlicher sein, sich einer schmalen Öffnung zu nähern, da dort ein höheres Verletzungsrisiko bestehen könnte.

Die Rolle der Schnurrhaare

Katzen werden zudem durch ihre großen, empfindlichen Schnurrhaare (Vibrissen) unterstützt, die ihnen helfen, Objekte zu erkennen und zu umgangen, und die ihnen möglicherweise dabei helfen, die Breite von Öffnungen einzuschätzen, wenn sie ganz nah herankommen. Zusammen bedeuten die Beweglichkeit, die Flexibilität und die Fähigkeit der Katze, mithilfe ihrer Schnurrhaare die Breite von Spalten einzuschätzen, dass sie sich gerne sogar sehr engen Öffnungen nähert, um aktiv zu prüfen, ob sie hindurchpassen.

Es zeigte sich jedoch, dass die Katzen „Body Mapping“ nutzten, um einzuschätzen, dass die geringere Höhe der engsten Öffnungen das Durchqueren erschwerte. In diesen Situationen suchten sie nach alternativen Wegen, was darauf hindeutet, dass sie wahrscheinlich über verschiedene Formen der Körperwahrnehmung verfügen.

Warum Katzen kleine Räume lieben

Ein weiterer interessanter Aspekt des räumlichen Bewusstseins bei Katzen ist ihre bekannte Vorliebe dafür, in kleinen, eng umschlossenen Räumen zu sitzen oder sich dort zusammenzurollen – wie zum Beispiel Katzen, die Kartons, Spülbecken, Wäschekörbe und andere Behälter lieben.

Man geht davon aus, dass unsere Katzenfreunde diese kleinen, geschlossenen Räume einfach deshalb mögen, weil sie einen sicheren, gemütlichen Ort bieten, an dem sie sich verstecken und ausruhen können. Vermutlich verstärkt es das Sicherheitsgefühl, wenn die Katze die Wände des Kartons um sich herum spürt, während sie sich zusammenrollt. Schließlich ist es in einem geschlossenen Raum höchst unwahrscheinlich, dass sich ein anderes Tier an sie heranschleichen könnte, während sie schlafen.

Auch bei Katzen in Tierheimen und Tierkliniken hat sich gezeigt, dass eine Kartonbox, in der sie sich verstecken können, den Stresspegel deutlich senkt – besonders, wenn die Box etwas höher über dem Boden platziert wird.

Das virale „Cat Square“-Phänomen

In einer 2021 veröffentlichten Studie untersuchten Gabriella Smith und ihre Kollegen an der Universität von New York ein Social-Media-Phänomen namens #catsquare. Viele Menschen berichteten, dass ihre Katzen sich gerne in eine kleine quadratische (oder anders geformte) Umrandung setzten, die mit Klebeband auf den Boden geklebt war (Smith et al. 2021).

Das veranlasste die Autoren, das Phänomen weiter zu untersuchen, indem sie Katzen und Katzenbesitzer für eine Studie in ihrer häuslichen Umgebung rekrutierten. Dabei wurden die Katzen folgenden Reizen ausgesetzt:

  • Eine Kanizsa-Quadrat-Illusion auf dem Boden (Ecken des Quadrats durch nach innen zeigende „Pac-Man“-Formen markiert)
  • Eine Kanizsa-Kontrollgruppe (Ecken des Quadrats durch nach außen zeigende „Pac-Man“-Formen markiert)
  • Einem einfachen schwarzen quadratischen Umriss

Die Katzen wurden bei verschiedenen Gelegenheiten unterschiedlichen Paaren dieser Formen ausgesetzt und dabei gefilmt. Eine positive Reaktion wurde verzeichnet, wenn die Katze innerhalb der ersten fünf Minuten nach Betreten des Raums mindestens ein paar Sekunden lang innerhalb der Konturen der Form saß oder stand.

Interessanterweise ergab die Studie, dass Katzen sich viel häufiger dafür entschieden, innerhalb des quadratischen Umrisses oder der Kanizsa-Quadrat-Illusion zu sitzen oder zu stehen als innerhalb der Kanizsa-Kontrolle.

Das deutet darauf hin, dass Katzen anfällig für optische Täuschungen sind, und bestätigt zudem, dass sie oft auf eine zweidimensionale quadratische Form auf dem Boden reagieren.

Und was die Frage angeht, warum Katzen in Quadraten sitzen: Es ist wahrscheinlich eine Erweiterung ihres Interesses daran, kleine, begrenzte Räume zu erkunden und sich darin aufzuhalten!

Unendlich faszinierende Wesen

Wie immer überraschen uns Katzen immer wieder. Ob es nun ihre Fähigkeit ist, ihren Körper mental abzubilden, sich in engen Räumen zurechtzufinden oder sich in ein imaginäres Quadrat zu setzen – sie bleiben unendlich komplex und besonders faszinierend.

Wenn du mehr über das Verhalten deiner Katze erfahren möchtest und wissen willst, wie du ihr Wohlbefinden fördern kannst, stöbere weiter im FELIWAY-Blog. Und wenn du schon mal hier bist: Vergiss nicht, dich für unseren Newsletter anzumelden, um Expertentipps, Ratschläge und die neuesten Erkenntnisse direkt in deinen Posteingang zu erhalten!

Das könnte dich auch interessieren...

Zum Produkt FELIWAY Optimum Verdampfer

Zum Produkt Happy Snack by FELIWAY

Blogartikel Der Tastsinn der Katze

Blogartikel Katzenexpertin Amy Learn: Die Sinne unserer Katzen - Teil 1: Die Augen

Blogartikel Katzenexpertin Amy Learn: Die Sinne unserer Katzen - Teil 2: Der Geruchssinn

Katze alleine lassen: Wie lange geht das problemlos?

Katze alleine lassen: Wie lange geht das problemlos?

Es kommt der Tag, da musst du deine Katze alleine lassen. Leider aber wahr!...
Weiterlesen
Katzenurin Geruch entfernen: Die 6 besten Tipps für Katzenbesitzer

Katzenurin Geruch entfernen: Die 6 besten Tipps für Katzenbesitzer

Katzenurin Geruch entfernen. Unsere Tipps zum gründlichen & preiswerten Reinigen von Katzenurin Flecken |...
Weiterlesen
Freigänger Katze im Urlaub alleine lassen

Freigänger Katze im Urlaub alleine lassen

Du hast eine Freigänger-Katze und möchtest beruhigt in den Urlaub fahren? Unsere Tipps, sowie...
Weiterlesen
Katze faucht neue Katze an - 5 Tipps für mehr Harmonie

Katze faucht neue Katze an - 5 Tipps für mehr Harmonie

Kommt eine neue Katze ins Haus, kann es einige Zeit dauern, bis sich eine...
Weiterlesen

Melde dich an, um die neuesten Updates, Informationen, Neuerscheinungen und mehr zu erhalten...